Die Hauskatze ist eines der meistuntersuchten und dennoch rätselhaftesten Tiere überhaupt. Hier sind 12 wissenschaftlich belegte Fakten über Katzen, die deinen felinen Freund in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen.

1. Sie haben 32 Muskeln in jedem Ohr

Sie können die Ohren unabhängig voneinander um 180° drehen, wie ein Radar. Sie nehmen Frequenzen von 55 Hz bis 79 kHz wahr (der Mensch kommt bis auf 20 kHz).

2. Sie sind älter, als wir denken

Sie leben seit mindestens 9.500 Jahren mit dem Menschen zusammen (archäologischer Fund auf Zypern, 2004). Länger als bisher angenommen.

3. Sie können über 100 verschiedene Laute erzeugen

Hunde bringen es auf 10–15. Katzen verfügen über ein riesiges Lautrepertoire: Miauen, Zwitschern, Schnurren, Fauchen, Grollen. Wissenswertes: Das Miauen ist eine häusliche Erfindung – erwachsene Katzen miauen untereinander nicht.

4. Sie sind nahezu unabhängig von Trinkwasser

Einen Großteil ihrer Flüssigkeit erhalten sie über die Beute (75 % Wasseranteil). Deshalb sind viele Katzen, die ausschließlich Trockenfutter fressen, chronisch dehydriert: Stell auf Nassfutter um oder biete frisches fließendes Wasser an (Trinkbrunnen).

5. Die Tasthaare sind Sinnesorgane

Sie sind so lang wie der Körper der Katze breit ist: Die Katze nutzt sie, um einzuschätzen, ob sie durch eine Öffnung passt. Niemals abschneiden: Sie würde die Orientierung verlieren.

6. Sie landen fast immer auf den Pfoten

Sie besitzen den „Stellreflex": In 0,3 Sekunden drehen sie Körper und Pfoten, um aufrecht zu landen. Er funktioniert ab etwa 1 Meter Höhe; darunter bleibt nicht genug Zeit dafür.

7. Sie schlafen bis zu 16 Stunden am Tag

Sie sind nicht faul: Sie sind Lauerjäger und sparen Energie für blitzschnelle Sprints. Nur 3 Stunden davon sind Tiefschlaf, der Rest ist „Dösen".

8. Sie sehen fast im Dunkeln

Sie benötigen nur 1/6 des Lichts, das ein Mensch braucht. Absolutes Dunkel ist jedoch auch für sie zu viel: Das Tapetum lucidum reflektiert das wenige vorhandene Licht.

9. Sie reiben den Kopf an dir, um dich zu „markieren"

An Kopf, Kinn und Pfoten befinden sich Drüsen, die Pheromone abgeben. Wenn sie sich an dir reiben, nehmen sie dich in ihr soziales Revier auf. Das ist ein großes Kompliment.

10. Schnurren hat heilende Wirkung

Frequenzen von 25–150 Hz regen die Knochen- und Muskelregeneration an. Das erklärt, warum Katzen Knochenbrüche schneller heilen als Hunde.

11. Die Zunge ist mit Häkchen bedeckt

Die fadenförmigen Papillen aus Keratin dienen zur Fellpflege (sie „bürsten" ihr Fell täglich 4 Stunden) und zum Abnagen von Beute. Deshalb fühlt sich die Katzenzunge rau an.

12. Sie erkennen ihren Namen, tun aber so, als ob nicht

Japanische Studien (Saito 2019) haben belegt, dass Katzen ihren Namen von anderen Wörtern unterscheiden können. Ob sie reagieren, ist jedoch ihre eigene Entscheidung. So sind sie eben.

Bonus: Die älteste Katze

Den Rekord hält Creme Puff, eine Katze aus Texas, die 2005 im Alter von 38 Jahren starb. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Hauskatzen beträgt 13–18 Jahre; mit guter Ernährung und tierärztlicher Versorgung auch über 20 Jahre.

Um optimal für deine Katze zu sorgen, lies auch unsere Ratgeber zu Kastration / Sterilisation und natürlicher Ernährung.