80 % der Hunde über 3 Jahre haben Zahnprobleme: Zahnstein, Gingivitis, Parodontitis. Diese werden oft unterschätzt, verursachen jedoch chronische Schmerzen, Infektionen und sogar Herzprobleme. So kann man sich richtig darum kümmern.

Wie entsteht Zahnstein

Nach dem Fressen bildet sich Plaque (Bakterien + Speichel) auf den Zähnen. Innerhalb von 24–72 Stunden mineralisiert sie und wird zu Zahnstein: hart, bräunlich, allein durch Bürsten nicht mehr entfernbar.

Zahnstein verursacht Gingivitis, die sich zu Parodontitis entwickelt: Die Zähne lockern sich und fallen aus.

Symptome von Zahnproblemen

  • Sehr schlechter Atem (Halitosis)
  • Sichtbarer Zahnstein (gelb/braun) auf den Zähnen
  • Rotes, blutendes Zahnfleisch
  • Kaut nur auf einer Seite
  • Verweigert hartes Futter
  • Übermäßiges Sabbern

Tägliches Zähneputzen — der Goldstandard

Die einzige zu 100 % wirksame Lösung. Benötigte Hilfsmittel:

  • Spezielle Zahnbürste für Hunde (mit Doppelkopf oder als Fingerbürste)
  • Hundezahnpasta: niemals Zahnpasta für Menschen verwenden (enthält Xylitol, das giftig ist). Erhältlich in den Geschmacksrichtungen Huhn, Rind und Malz

Technik: leichte Kreisbewegungen, Schwerpunkt auf Zahnfleisch und Außenseite der Zähne. 2 Minuten täglich reichen aus.

Langsam beginnen: Zuerst die Zahnpasta kosten lassen, dann die Lippen berühren, dann die Zähne, dann bürsten. Immer mit einem Leckerli belohnen.

Weniger wirksame, aber nützliche Alternativen

Zahnsnacks

Dentastix, Whimzees, Greenies: helfen, ersetzen aber nicht die Zahnbürste. Reduzieren Zahnstein um 30–40 %.

Kauknochen

Nur roh und fleischig (Hühnerhals, Flügel). Niemals gekochte Knochen (sie splittern).

Kauspielzeug

Kong, Seile, strukturierte Bälle: hervorragend zur mechanischen Reinigung.

Wasseradditiva

Wie Vetiq, Aquadent: enthalten Enzyme, die Plaque reduzieren.

Professionelle Zahnsteinentfernung beim Tierarzt

Wenn der Zahnstein bereits verfestigt ist, ist eine Zahnsteinentfernung erforderlich: Ultraschallreinigung in Vollnarkose.

  • Kosten: 100–300 € (variiert je nach Alter, Größe und notwendigen Extraktionen)
  • Häufigkeit: alle 1–3 Jahre bei Hunden, deren Zähne geputzt werden; alle 6 Monate bis 1 Jahr bei Hunden, deren Zähne nicht geputzt werden
  • Erholung: 24–48 Stunden Weichfütterung

Wann dringend zum Tierarzt

  • Gebrochener oder verschobener Zahn
  • Blut im Maul
  • Schwellung am Fang oder unter dem Auge (Wurzelabszess)
  • Frisst länger als 24 Stunden nicht

Für einen vollständigen Gesundheitskalender lies den Leitfaden zu den Impfungen und zu den Parasiten beim Hund.