Wenig Geräusche erregen eine Katze so sehr wie das Öffnen einer Thunfischdose. Sie fliegt von Zimmer zu Zimmer und miaut, als wäre die Apokalypse da. Aber ist Thunfisch wirklich eine gute Nahrung für sie? Die Antwort ist komplexer, als es scheint.
Thunfisch ist "unwiderstehlich"
Der intensive Geschmack von Thunfisch ist auf seinen hohen Gehalt an Aminosäuren und Ölen zurückzuführen. Für die Katze ist es praktisch eine gastronomische Droge: Einmal probiert, wird sie immer wieder danach verlangen.
Die Probleme mit Thunfisch
1. Quecksilber
Thunfisch ist ein Raubfisch, der an der Spitze der Nahrungskette steht. Er reichert schwere Metalle, insbesondere Quecksilber, während seines Lebens an. Für eine kleine Katze können selbst geringfügige Anreicherungen im Laufe der Zeit problematisch werden.
2. Nährstoffungleichgewicht
Thunfisch ist proteinreich, aber arm an anderen Nährstoffen, die für die Katze essentiell sind:
- Wenig Taurin (die Katze benötigt es in hohen Dosen).
- Wenig Vitamin E (langfristiger Mangel kann gefährlich sein).
- Geringer Calcium-Gehalt.
Eine Ernährung, die ausschließlich aus Thunfisch besteht, führt in wenigen Wochen zu schweren Mängeln.
3. Steatose (gelbe Fettkrankheit)
Eine langfristige Ernährung ausschließlich mit fettem Fisch (Thunfisch, Makrele, Sardinen in Öl) kann zu "Steatose" führen: entzündetes, schmerzhaftes Körperfett.
4. Geschmacksabhängigkeit
Eine Katze, die an Thunfisch gewöhnt ist, wird ausgewogenere Nahrung ablehnen. Es ist eine häufige "Ernährungsfalle".
5. Salz
Viele Dosen-Thunfisch für Menschen enthalten zusätzliches Salz: Die Katze verträgt das nicht gut.
Wann Thunfisch in Ordnung ist
Gelegentlich in kleinen Mengen ist Thunfisch nicht gefährlich:
- 1-2 Mal im Monat, nicht mehr.
- Mengen: 1-2 Esslöffel (nicht die ganze Dose).
- Thunfisch im eigenen Saft, in Wasser, ohne zusätzliches Salz.
- Nie Thunfisch in Öl (zu fettig).
- Nie gewürzter Thunfisch (Zwiebel, Knoblauch, Chili usw.: giftig).
Wann Thunfisch wirklich hilfreich ist
- Um eine wählerische Katze zu überzeugen, einige Bissen zu essen (kranke, ältere oder sich erholende Katzen).
- Um den Geschmack eines Medikaments zu überdecken.
- Als seltene Belohnung (niemals zur Routine machen).
Bessere Alternativen
Wenn Sie Ihre Katze gerne mit Fisch belohnen:
- Makrele oder Sardellen im eigenen Saft: weniger Quecksilber, mehr Omega-3.
- Gekochter oder gedämpfter Lachs: hervorragendes Nährstoffprofil.
- Forelle: ausgewogen.
- Fischsnacks speziell für Katzen (gefriergetrocknet, monoprotein).
Feuchtfutter für Katzen "mit Thunfisch"
Das komplette Feuchtfutter für Katzen, das auf dem Etikett "mit Thunfisch" angibt, ist in der Regel ausgewogen: Es enthält Thunfisch, aber ist mit allen notwendigen Nährstoffen angereichert. Es unterscheidet sich von der menschlichen Dose und kann unbesorgt gegeben werden (immer mit einer Geschmacksvielfalt).
Die Punkte, die man beachten sollte
Thunfisch für Ihre Katze ist wie Pizza für uns: es schmeckt ihr sehr gut, macht sie glücklich, kann aber nicht zur Routine werden. Eine seltene Ausnahme ja, eine Gewohnheit nein. Das lange Leben Ihrer Katze hängt auch von diesen kleinen großen Entscheidungen ab.