Die umgekehrte Situation: die Katze frisst aus dem Napf des Hundes. Es ist seltener als umgekehrt (die Katze ist wählerischer), kommt aber vor. Ist das sicher?
Die kurze Antwort
Nein, nicht auf lange Sicht. Die Katze ist ein strenger Fleischfresser und benötigt spezifische Nährstoffe, die in Hundefutter
nicht ausreichend enthalten sind.
Mögliche Mängel
Eine Ernährung auf Basis von Hundefutter würde bei der Katze zu dokumentierten Mängeln führen:
1. Taurin
Essentielle Aminosäure für die Katze. Hundefutter
enthält nicht genug (der Hund kann es synthetisieren, die Katze nicht). Langanhaltender Mangel →
dilatable Kardiomyopathie und
Blindheit.
2. Arachidonsäure
Fettsäure, die die Katze nicht synthetisiert. Fehlt oder ist im Hundefutter ungenügend.
3. Vorformierte Vitamin A
Die Katze wandelt Beta-Carotin nicht in Vitamin A um. Hundefutter verwendet oft pflanzliches Beta-Carotin → Mangel.
4. Proteine
Die Katze benötigt
35-50% Protein. Hundefutter enthält
20-30%. Das ist für eine Katze viel zu wenig.
5. Niacin
Die Katze benötigt mehr Niacin als der Hund. Hundefutter deckt den Bedarf der Katze nicht.
Symptome einer falschen Ernährung
Die Symptome treten innerhalb von Wochen/Monaten auf:
- Gewichtsverlust
- Mattes Fell
- Schläfrigkeit
- Sehprobleme (langfristig)
- Herzgeräusche (langfristig, durch Taurinmangel)
Was tun, wenn es nur für einige Mahlzeiten passiert ist
Nichts Schlimmes, die Katze erholt sich in wenigen Tagen. Rückkehr zur normalen Katzendiät.
Was tun, wenn es wochenlang passiert ist
Blutuntersuchungen: Taurinspiegel, kardiologisches Profil, allgemeine Kontrolle.
Zu beachten
Hundefutter ist kein "Gift" für die Katze, reicht aber nicht aus, um sie gesund zu halten. Niemals als Hauptnahrung verwenden, niemals die Situation verlängern. Wenn Sie beide Tiere haben, organisieren Sie die Fütterung so, dass jedes Tier sein eigenes Futter hat.