Per die Katze ist Nassfutter keine Option: es ist fast eine Notwendigkeit. Das haben wir im Artikel über natürliche Ernährung gesehen – die Katze ist ein strenger Fleischfresser aus der Wüste, mit einem unterentwickelten Durstreflex. Ihr Wasser muss hauptsächlich aus der Nahrung kommen. Lassen Sie uns sehen, wie man zwischen den Dutzenden von Produkten auf dem Markt gut auswählt.
## Warum Nassfutter so wichtig für Katzen ist
Eine Katze, die nur Trockenfutter frisst, nimmt im Durchschnitt **halb so viel Wasser** auf wie eine Katze, die qualitativ hochwertiges Nassfutter frisst. Dieses Datum macht sich langfristig bemerkbar:
- **Chronische Niereninsuffizienz** (die häufigste Todesursache bei älteren Katzen)
- **Harnsteine und idiopathische Zystitis** (FLUTD)
- **Chronische Verstopfung**
- **Subklinische Dehydratation**, die den gesamten Stoffwechsel belastet
**Nassfutter liefert "verstecktes" Wasser**, das die Katze unbemerkt aufnimmt – ohne dass sie zur Schüssel gehen muss.
## Die Arten von Nassfutter
### Pastete
Homogene Zusammensetzung, dicke Mousse. Eher geeignet für:
- Ältere Katzen mit schwachen Zähnen
- Katzen, die schnell fressen
- Mischen mit Medikamenten
**Achtung:** Oft reich an generischen tierischen Nebenprodukten. Überprüfen Sie die Qualität der Zutaten.
### Stückchen in Sauce oder Gelee
Fleischstückchen, die in Flüssigkeit eingelegt sind. Eher geeignet für:
- Katzen, die gerne "wählen", was sie essen
- Katzen, die sogar noch weniger trinken (die Sauce erhöht die Hydratation)
**Achtung:** Einige Katzen essen nur die Stücke und lassen die Sauce, wodurch die Hydratation nicht funktioniert. Mischen Sie.
### Filets, Zerrisse, größere Stücke
Fleisch in größeren Stücken, oft in Schalen. Eher geeignet für:
- Katzen, die das Kauen lieben
- "Ergänzendes" Futter zur Kombination mit anderem
**Achtung:** Oft handelt es sich um **ergänzende Lebensmittel**, nicht um vollständige. Sie können nicht die einzige Ernährung sein.
## Wie man die Etiketten liest
Drei Dinge zu überprüfen:
### 1. "Vollständig" oder "ergänzend"
- **Vollständig (oder "vollständig und ausgewogen"):** kann das einzige Lebensmittel sein
- **Ergänzend:** ist ein Bonus. Allein reicht es nicht aus, um den Bedarf zu decken
Viele Gourmetprodukte (Filets, Nasssnacks) sind ergänzend. Wenn die Katze nur diese frisst, hat sie einen Mangel.
### 2. Die primäre Proteinquelle
Die Etikette ist nach Gewicht geordnet:
- **Erste Position: ein spezifisches Fleisch** ("Huhn 50%", "Lachs 35%")
- Zu vermeiden: "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse", generische tierische Nebenprodukte
- **Feuchtigkeitsgehalt:** 75-82% ist normal; über 82% gibt es wahrscheinlich zu viel Wasser und zu wenig Fleisch
### 3. Kohlenhydrate
Die Katze **braucht keine Kohlenhydrate**. Eine feuchte Ernährung mit hinzugefügten Getreide, Zucker oder Stärke ist weniger physiologisch. Suchen Sie nach:
- "Getreidefrei"
- "Ohne zugesetzten Zucker"
- Gemüse nur in kleinen Mengen enthalten
## Wie viel man pro Tag geben sollte
Eine durchschnittliche erwachsene Katze (4 kg) benötigt etwa 200-250 kcal/Tag. Die Dosen variieren stark:
- **100 g Pastete aus der Dose:** etwa 90-110 kcal
- **85 g Beutel:** etwa 60-80 kcal
- **70 g Schale:** etwa 50-70 kcal
Für eine 4 kg schwere Katze: **2-3 Dosen zu je 100 g/Tag**, oder **3-4 Beutel zu je 85 g/Tag**.
Die Verpackungen geben immer die empfohlene Menge basierend auf dem Gewicht an. Überprüfen Sie dies.
## Ist Nassfutter wirtschaftlich sinnvoll?
Durchschnittliche Kosten für eine erwachsene Katze:
- Nur qualitativ hochwertiges Trockenfutter: 25-40 €/Monat
- Nur qualitativ hochwertiges Nassfutter: 60-100 €/Monat
- Mischung (50% Nassfutter + 50% Trockenfutter): 40-60 €/Monat
Nassfutter kostet **2-3 Mal so viel**. Aber bedenken Sie:
- Ersparnis bei Tierarztbesuchen (Harnwegserkrankungen, Nierenprobleme)
- Höhere Lebensqualität der Katze
- Längere Lebenserwartung in vielen Fällen
## Wie man Nassfutter einführt, wenn die Katze nur Trockenfutter gewöhnt ist
Viele erwachsene Katzen wollen kein Nassfutter, wenn sie es noch nie gegessen haben. Der Übergang erfordert Geduld:
1. **Woche 1:** Bieten Sie 1 Teelöffel Nassfutter neben der Schüssel mit Trockenfutter an. Ersetzen Sie nicht, sondern fügen Sie hinzu. Lassen Sie sie daran schnüffeln.
2. **Woche 2:** Wenn sie es nicht anrührt, probieren Sie andere Marken/Geschmäcker aus. Erwärmen Sie es leicht (37°C, niemals heiß), um den Geruch zu verstärken.
3. **Woche 3:** Wenn sie es akzeptiert, erhöhen Sie allmählich das Nassfutter und reduzieren Sie das Trockenfutter.
4. **Woche 4:** Sie sollten bei einem Verhältnis von 70% Nassfutter / 30% Trockenfutter sein.
**Nie zwingen:** Ein Hungerstreik der Katze kann in wenigen Tagen zu **hepatischer Lipidose** (schwer) führen. Wenn sie kategorisch ablehnt, sprechen Sie mit dem Tierarzt.
## Fazit
Für Katzen ist qualitativ hochwertiges Nassfutter kein Luxus, sondern eine Gesundheitsversicherung. Wählen Sie vollständige Produkte mit spezifischem Fleisch an erster Stelle, ohne überflüssige Getreide. Kombinieren Sie es mit Trockenfutter, wenn Sie möchten (für Abwechslung oder Kosten), aber stellen Sie sicher, dass mindestens 60-70% der täglichen Kalorien aus Nassfutter stammen. Es ist eine der wenigen Änderungen, die einen greifbaren Unterschied in der Lebensdauer der Katze machen.
Nassfutter für Katzen: wie man das richtige auswählt und warum es so wichtig ist
Nassfutter ist kein Laune der Katze: es ist eine physiologische Notwendigkeit. Wie man Etiketten liest, Qualitätsprodukte erkennt und wie viel man täglich füttern sollte.