"Lasst es!". Ein Wort, zwei Silben. Es kann das Leben deines Hundes retten. Ein giftiger Bissen im Park, ein gefährlicher Gegenstand, der in der Luft gefangen wird, ein Hühnerbein, das auf dem Boden gefunden wird: "lass es" ist eines der wichtigsten Kommandos, die es gibt.
## Was ist "lass es"
Der Hund lernt sofort zu lassen, was er im Mund hat oder gleich nehmen möchte, auf deine Aufforderung hin. Im Gegensatz zu dem allgemeinen "nein" ist es ein präzises, trainierbares, konditioniertes Kommando.
## Die Psychologie des Kommandos
Der Hund lässt niemals einfach so. Um etwas, das er mag, loszulassen, muss er etwas **Besseres** gewinnen. "Lass es" ist ein Tausch, keine Willkür.
## Schritt 1 — Geschlossene Hand
Halte einen einfachen Bissen (z. B. ein Trockenfutterstück) in deiner geschlossenen Faust. Der Hund versucht, ihn zu nehmen: durch Lecken, Knabbern. Du öffnest nicht.
Sobald er sich auch nur für eine Sekunde löst, sagst du "**JA**" (Markerwort) und gibst ihm einen **besseren** Bissen aus der anderen Hand (z. B. ein Stück Käse).
Wiederhole dies 10-15 Mal am Tag. In 2-3 Tagen wird er verstehen, dass "loslassen" zu einer besseren Belohnung führt.
## Schritt 2 — Offene Hand
Dasselbe Futterstück auf deiner offenen Handfläche. Wenn der Hund versucht, es zu nehmen, schließe deine Faust. Wenn er sich löst, "JA" + bessere Belohnung aus der anderen Hand.
In einer Woche versuchen die meisten Hunde nicht mehr.
## Schritt 3 — Füge das Wort hinzu
Wenn der Hund sicher loslässt, füge das Wort "**LASS ES**" einen Moment bevor er "lässt" hinzu. Er lernt das verbale Etikett des Verhaltens.
## Schritt 4 — Auf dem Boden
Bissen auf den Boden, Hand darüber. Wenn der Hund versucht: abdecken. Wenn er wartet: "JA" + bessere Belohnung. Erhöhe allmählich die Entfernung von deiner Hand.
## Schritt 5 — Gegenstände mit steigendem Wert
Versuche jetzt mit einem Spielzeug, das er liebt, dann mit einem Stück Brot, dann mit einem Knochen. Jedes Mal, wenn er loslässt: **viel bessere** Belohnung.
## Schritt 6 — Draußen, in echten Situationen
Nur wenn die Schritte 1-5 fest sind. Wende es im Park, beim Spaziergang an. Immer, immer, immer belohnen.
## Fehler zu vermeiden
- **Mit demselben Objekt belohnen**: Der Hund lernt, dass er durch Loslassen das Gleiche wiederbekommt. Du musst etwas anderes und Besseres geben.
- **Bestrafen**: Wenn der Hund weiß, dass Loslassen = Bestrafung bedeutet, wird er ganz aufhören loszulassen und besitzergreifend werden.
- **Hinter ihm herjagen, um ihm etwas wegzunehmen**: Du machst aus "lass es" ein Fangspiel.
- **Das Kommando zu früh verwenden**: Ohne vorheriges Training ist es nur Lärm.
## Wann es wirklich nötig ist
- Verdächtige Bissen auf dem Boden.
- Stücke von Glas, Plastik, gefährliche Knochen.
- Socken, Unterwäsche, Schlappen (der Klassiker).
- Kleine Tiere, die gejagt werden.
## Bonus: das "lass es" in zwei Zeitformen
- **"Lass es"**: Lass das, was er im Mund hat.
- **"Lass es in Ruhe"**: Ignoriere, was er sich nähern möchte.
Lehre beide und du wirst einen sicheren Hund in jeder Situation haben.
## Das Wesentliche in wenigen Zeilen
"Lass es" ist kein Kommando: Es ist ein Versprechen der Sicherheit. Investiere Zeit, sei großzügig mit den Belohnungen, sei geduldig. Eines Tages wird ein einziges Wort den Unterschied zwischen einem normalen Spaziergang und einem Lauf zur Notaufnahme machen.
Bring deinem Hund bei, "lass es": der Befehl, der sein Leben retten kann
Ein gefährlicher Knochen, ein giftiger Bissen, ein plötzlich ergriffenes Objekt: "lass es" kann das Leben deines Hundes retten. Lass uns sehen, wie man es ihm beibringt.