Die Allergien beim Hund nehmen stetig zu: Heute sind bis zu 15 % der Hundepopulation betroffen. Sie äußern sich häufig durch starken Juckreiz, wiederkehrende Ohrenentzündungen oder Magen-Darm-Probleme, doch ihre Diagnose erfordert Geduld.
Die 3 Arten von Allergien
1. Futterallergie
Das Immunsystem reagiert auf ein Protein im Futter (Huhn, Rind, Milchprodukte, Weizen). Symptome das ganze Jahr über: Juckreiz, Ohrenentzündungen, chronischer Durchfall.
Diagnose: Eliminationsdiät (8–12 Wochen mit einer neuen Proteinquelle wie Hirsch oder Kaninchen).
2. Umweltallergie (Atopie)
Reaktion auf Staub, Milben, Pollen, Gräser. Symptome saisonal oder chronisch: Juckreiz an Schnauze, Pfoten, Achselhöhlen, Bauch.
Diagnose: allergologische Haut- oder Serologietests beim Tierarzt.
3. Flohallergie
Ein einziger Stich kann bei sensibilisierten Hunden wochenlang starken Juckreiz auslösen. Typische Zone: Schwanzwurzel.
Diagnose: einfach – es genügt, das Vorhandensein von Flöhen oder deren Kot zu überprüfen.
Symptome, die man nicht unterschätzen sollte
- Anhaltender Juckreiz, der nicht nachlässt
- Obsessives Lecken der Pfoten
- Wiederkehrende Ohrenentzündungen, dunkles Ohrenschmalz
- Gerötete Haut, Krusten, fleckiger Fellverlust
- Chronischer Durchfall oder gelegentliches Erbrechen
- Schluckauf, Niesen, tränende Augen
Die hypoallergene Diät
Grundlage der Behandlung von Futterallergien. Zwei Ansätze:
- Hydrolysiertes Protein: Peptide so klein, dass das Immunsystem sie nicht erkennt (Hill's Z/D, Royal Canin Anallergenic)
- Neue Proteinquelle: Futter mit nur einer einzigen, bislang nie gefütterten Proteinquelle (Hirsch, Ente, Strauß, Kaninchen, Weißfisch)
Dauer der Testdiät: mindestens 8 Wochen. Verbessern sich die Symptome, wird dies durch eine Wiedereinführung bestätigt.
Verfügbare medizinische Behandlungen
- Apoquel (Oclacitinib): blockiert Juckreiz innerhalb von 4 Stunden, sicher für die Langzeitanwendung
- Cytopoint: monatliche Injektion monoklonaler Antikörper
- Kortison: wirksam, aber mit Nebenwirkungen (nur kurzfristig)
- Immuntherapie (Desensibilisierungsimpfungen): bei schwerer Atopie
- Antibiotika: bei sekundären Hautinfektionen
Was Sie zu Hause tun können
- Den Hund mit beruhigendem Shampoo waschen (kolloidales Hafermehl, Chlorhexidin)
- Täglich bürsten
- Schlafplatz und Teppiche wöchentlich saugen
- Schlafplatz und Textilien bei 60 °C waschen
- Omega-3 ergänzen (Lachsfischöl): 1 g / 10 kg Körpergewicht
Um eine entzündungshemmende Ernährung zusammenzustellen, lesen Sie auch den Leitfaden zur BARF-Diät oder erstellen Sie einen kostenlosen Ernährungsplan.