Wir denken, dass Katzen nur schnurren, wenn sie glücklich sind, aber die Wahrheit ist faszinierender: Schnurren ist eine der ausgefeiltesten Sprachen der Tierwelt, mit mindestens 7 verschiedenen Bedeutungen und sogar heilenden Auswirkungen auf den Körper der Katze selbst.
Wie das Schnurren funktioniert
Das Schnurren entsteht in den Kehlkopfmuskeln: Sie ziehen sich 25–150 Mal pro Sekunde zusammen und entspannen sich wieder, während Luft hindurchströmt. Die Katze kann sowohl beim Einatmen als auch beim Ausatmen schnurren, weshalb das Geräusch durchgehend und ununterbrochen ist.
Die 7 Bedeutungen des Schnurrens
1. Glück und Entspannung
Die bekannteste Bedeutung. Die Katze liegt entspannt da, die Augen sind halb geschlossen, der Schwanz ruht ruhig oder bewegt sich leicht.
2. Kommunikation zwischen Mutter und Jungtieren
Kätzchen beginnen bereits im Alter von 2 Tagen zu schnurren. Das Schnurren der Mutter führt sie zu den Zitzen (Kätzchen kommen blind und taub zur Welt).
3. Selbstberuhigung in Stresssituationen
Ja: Katzen schnurren auch, wenn sie verängstigt oder nervös sind. Sie beruhigen sich selbst, ähnlich wie Menschen, die unter Druck vor sich hin summen.
4. Futterwunsch
Es gibt eine besondere Art des „Futter-Schnurrens": Die Katze mischt es mit einem kleinen, spitzen Maunzen. Eine höhere Frequenz, ähnlich dem Weinen eines Neugeborenen – kein Zufall, dass wir darauf zu reagieren programmiert sind.
5. Selbstheilung
Die typischen Frequenzen des Schnurrens (25–150 Hz) regen die Knochen- und Muskelregeneration an. NASA-Studien bestätigen dies: Deshalb heilen Katzen Knochenbrüche besser als Hunde.
6. Schmerz
Erstaunlicherweise schnurren kranke oder verletzte Katzen intensiv. Es ist ein therapeutischer Mechanismus: Schnurren setzt Endorphine frei und beschleunigt die Heilung.
7. Soziale Begrüßung
Wenn du nach Hause kommst, schnurrt die Katze und stößt dabei sanft mit dem Kopf gegen dich: Das ist das katzentypische „Guten Morgen" – die Anerkennung der gemeinsamen Bindung.
Glückliches Schnurren vs. Stress-Schnurren erkennen
Achte auf die Körpersprache:
- Glückliches Schnurren: entspannter Körper, halb geschlossene Augen, ruhiger Schwanz, „Kneten" mit den Pfoten
- Stress-Schnurren: angespannter Körper, geweitete Pupillen, zurückgelegte Ohren, nervöser Schwanz, weicht dem Blickkontakt aus
Die Vorteile des Schnurrens für uns Menschen
Studien mit Hunde- und Katzenbesitzern haben gezeigt, dass das Zusammenleben mit einer Katze das Herzinfarktrisiko um 40 % senkt (University of Minnesota, 2009). Schnurren senkt den Blutdruck und den Cortisolspiegel.
Gibt es Katzen, die nie schnurren?
Ja. Manche Katzen, insbesondere verwilderte oder erst spät adoptierte erwachsene Tiere, haben nie gelernt zu schnurren oder tun es nur selten. Das bedeutet nicht, dass sie unglücklich sind: Jede Katze hat ihre eigene Art zu kommunizieren.
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