Dass eine Katze gelegentlich erbricht, ist normal. Wenn das Erbrechen jedoch häufig auftritt, Blut enthält oder von weiteren Symptomen begleitet wird, ist das ein Warnsignal. So unterscheidest du harmlose Ursachen von solchen, die einen Tierarztbesuch erfordern.
Die häufigsten (und harmlosen) Ursachen
1. Haarballen (Trichobezoare)
Die Katze putzt sich täglich 4 Stunden: dabei schluckt sie viel Fell. Wenn es sich ansammelt, würgt sie es in Form einer faserigen „Wurst" heraus.
- Normale Häufigkeit: 1–2 Mal pro Monat
- Vorbeugung: tägliches Bürsten, Haarballen-Paste in der Tube (Malt extra)
2. Zu schnelles Fressen
Erbrechen kurz nach dem Fressen, unverdautes ganzes Futter. Lösung: Slow-Feeder-Napf (mit Hindernissen) oder kleinere, häufigere Portionen.
3. Abrupter Futterwechsel
Katzen reagieren besonders empfindlich auf Futterumstellungen. Wechsle das Futter schrittweise über 7–14 Tage, indem du Altes und Neues mischst.
4. Gras
Katzen fressen absichtlich Gras, um das Erbrechen anzuregen (sie scheiden damit Haare oder unverdautes Futter aus). Das ist normal und sogar nützlich. Baue zu Hause Katzengras an.
Ursachen, die ernst genommen werden sollten
5. Darmparasiten
Spulwürmer (Askariden) und Bandwürmer verursachen wiederkehrendes Erbrechen bei Kätzchen und bei Katzen mit Freigang. Entwurmung alle 3 Monate.
6. Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Hat sie menschliches Essen gestohlen? Hat sie draußen etwas geleckt? Giftige Pflanzen (Lilie, Weihnachtsstern, Dieffenbachie)? Akutes Erbrechen 1–6 Stunden danach.
7. Chronische Gastritis / IBD
Häufiges Erbrechen (mehrmals pro Woche) über mehr als 3–4 Wochen. Oft verbunden mit Gewichtsverlust und Durchfall.
8. Niereninsuffizienz
Häufig bei Katzen über 10 Jahren. Erbrechen + übermäßiger Durst + Gewichtsverlust.
9. Pankreatitis
Erbrechen + Bauchschmerzen (Katze gekrümmt, bewegt sich ungern) + kein Appetit.
10. Fremdkörper
Verschluckte Fäden, Gummibänder, Spielzeugteile. Heftiges, wiederkehrendes Erbrechen. Chirurgischer Notfall.
Wann sofort zum Tierarzt
- Mehr als 3 Erbrechensereignisse innerhalb von 24 Stunden
- Erbrechen mit Blut (rot oder „kaffeesatzartig")
- Erbrechen + starker Durchfall
- Erbrechen + Lethargie + Futterverweigerung über mehr als 24 Stunden
- Erbrechen + druckschmerzhafter oder aufgeblähter Bauch
- Erbrechen + Atemprobleme
- Kätzchen oder Senioren-Katzen mit anhaltendem Erbrechen jeglicher Art
Was du zu Hause tun kannst (gelegentliches Erbrechen)
- Kein Futter für 6–12 Stunden (nicht bei Kätzchen)
- Wasser in kleinen Schlucken anbieten
- Ernährung mit Schonkost wieder aufnehmen (gekochtes Hühnchen ohne Haut)
- Innerhalb von 2–3 Tagen schrittweise zur normalen Ernährung zurückkehren
Was du NICHT tun solltest
- Humanmedikamente geben (Maalox, Plasil): sie können giftig sein
- Milch geben (verschlimmert die Übelkeit)
- Erbrechen ignorieren, das länger als 24 Stunden anhält
Für die allgemeine Gesundheit deiner Katze lies auch unsere Ratgeber zu Sterilisation und dem richtigen Futterbedarf.